Am 11. April ist es wieder so weit: Ian Fisher kommt nach Serfaus – ein Ort, der ihm besonders am Herzen liegt. Der US-amerikanische Singer-Songwriter hat hier bereits mehrfach in unterschiedlichen musikalischen Konstellationen gespielt und fühlt sich in der beeindruckenden Berglandschaft so wohl wie kaum anderswo. Dieses Mal bringt er sein neues Album Go Gentle mit – eine zutiefst persönliche Reflexion über Verlust, Erinnerung und die Kraft des Lebens.
Fisher, der aus Missouri stammt und heute sowohl die US-amerikanische als auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, ist bekannt für seine Mischung aus Americana und melodischem Pop. Rolling Stone bezeichnete seinen Stil einst als „halb Americana, halb Abbey-Road-würdigen Pop“. Doch sein aktuelles Album geht weit über musikalische Einordnung hinaus – es erzählt die Geschichte eines schmerzhaften Abschieds und der Suche nach Trost.
„Nobody can tell me how to feel / I know what is real for me,“ singt Fisher in „The Face of Losing“, dem Eröffnungssong des Albums. Go Gentle entstand nach dem Tod seiner Mutter im Jahr 2023, die 26 Jahre lang gegen den Krebs kämpfte. Statt Trauer zu verdrängen, setzt sich Fisher intensiv mit ihr auseinander – und macht dabei deutlich, dass das Bewusstsein über die Endlichkeit des Lebens uns dazu inspirieren kann, den Moment bewusster zu leben.
„Der Tod ist etwas, das wir oft beiseiteschieben“, sagt Fisher. „Aber das ist ungesund, weil es uns in die Illusion versetzt, dass wir für immer leben. Dabei ist allein dieser Moment, den wir gerade erleben, ein Wunder.“
Trotz der ernsten Thematik ist Go Gentle kein düsteres Album. Neben ruhigen Balladen wie „The Face of Losing“ gibt es auch hoffnungsvolle Songs wie „Take You With Me“, in denen Fisher sich vorstellt, dass Verstorbene in anderer Form weiter existieren – als Teil von uns, der uns auf unserem Weg begleitet.
Fisher verließ mit 21 Jahren seine Heimat, um nach Europa zu ziehen – ein Schritt, den er rückblickend als Flucht vor der Krankheit seiner Mutter erkennt. „Ich bin mit der Angst aufgewachsen, eine der wichtigsten Personen in meinem Leben zu verlieren – es war, als würde ich unter einem Damoklesschwert leben“, erzählt er. Der Song „Mother Please Forgive Me“ reflektiert seine Schuldgefühle als Sohn, der auf die andere Seite der Welt zog, um der Realität zu entfliehen.
Seine Musik trifft einen Nerv – nach seinen Konzerten kommen oft Zuhörer mit Tränen in den Augen auf ihn zu. Doch Fisher sieht Go Gentle nicht als Anleitung zur Trauerbewältigung. Vielmehr erzählt er zwei Geschichten, die er am besten kennt: seine eigene und die seiner Mutter.
„Das Album ist wie eine Dokumentation – eine realistische Darstellung dessen, was passiert ist. Ich habe meine persönlichen Erfahrungen verarbeitet, aber so formuliert, dass sich auch andere darin wiederfinden können. Vielleicht können wir gemeinsam heilen.“
Ob mit Band, Solo oder in besonderen Besetzungen – Ian Fisher war schon mehrfach in Serfaus zu Gast. Für ihn ist dieser Ort nicht nur eine Station auf der Landkarte, sondern ein Platz, zu dem er immer wieder zurückkehrt. Die einzigartige Atmosphäre inmitten der Tiroler Berge und das Publikum, das seine Musik mit offenen Herzen aufnimmt, machen Serfaus zu einem festen Bestandteil seiner musikalischen Reise.
Den Abend eröffnet ein ganz besonderer Künstler: Harmen Ridderbos, bekannt von Town of Saints, bringt sein neues Projekt dogs dogs mit nach Serfaus. Das Konzept: Eine musikalische Serie über Menschen, die in der Liebe fragwürdige Entscheidungen treffen. Die erste „Staffel“ begleitet Ridderbos in der Zeit vor seinem 40. Geburtstag – eine Phase voller neuer Begegnungen, Verluste und bittersüßer Erkenntnisse.
Man könnte es als eine Mischung aus Friends beschreiben – nur dass Joey hier klug ist und einen Bart trägt. Ridderbos‘ Songwriting besticht durch Witz, Charme und emotionale Tiefe – die perfekte Einstimmung auf Ian Fishers gefühlvolle Performance.
Am 11. April erwartet die Besucher in Serfaus ein außergewöhnliches Konzerterlebnis. Ein Abend, an dem Musik nicht nur unterhält, sondern auch berührt – und vielleicht sogar heilt. Wer Ian Fisher bereits kennt, weiß, dass seine Konzerte unvergesslich sind. Wer ihn noch nicht erlebt hat, sollte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen.